Johannes-Stiftung gegründet

Bistum verstärkt Einsatz bei Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund

Mainz. Mit der neu gegründeten Johannes-Stiftung intensiviert das Bistum Mainz sein Engagement im Bereich der Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Die mit einem Startkapital von einer Million Euro ausgestattete Stiftung vergibt im kommenden Jahr bis zu 25 Stipendien für engagierte Schüler aus dem Gebiet des Bistums Mainz ab der fünften Klasse. Neben einer finanziellen Unterstützung fördert die nach dem Evangelisten Johannes benannte Stiftung die Stipendiaten außerdem durch persönliche Beratung und ein Bildungsprogramm. Die Ausschreibung für das Schuljahr 2017/2018 richtet sich an neu zugewanderte Schüler, die nicht länger als fünf Jahre in Deutschland leben. Der frühere Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat die Stiftung am Dienstag, 27. September, vor Journalisten im Bischöflichen Ordinariat in Mainz vorgestellt. Lehmann, der die Stiftung im Mai noch als Bischof von Mainz errichtet hatte, ist Vorsitzender der Johannes-Stiftung.

Kardinal Lehmann wies darauf hin, dass der Schutz von Flüchtlingen „vom Anfang der biblisch-christlichen Religion an zum genuinen Auftrag der Kirche gehört. Kirche und Caritas verstehen sich als Anwalt für Asylsuchende und Flüchtlinge.“ Dazu gehörten neben dem sozialen Beistand durch Erstversorgung, Unterbringung, Beratung, Unterstützung bei Behörden, Petitionen, Familienzusammenführung und auch alle Formen der Integration. Und gerade bei der Integration von Kindern und Jugendlichen könne das Bistum Mainz als „Schulbistum“ mit den Möglichkeiten seiner 27 Schulen einen wichtigen Beitrag zur Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund leisten, sagte Lehmann. Er betonte, dass die Stipendien nicht auf Schüler aus den Schulen des Bistums Mainz beschränkt seien. Das Bistum arbeite eng mit den Schulbehörden von Rheinland-Pfalz und Hessen zusammen.

Der Mainzer Diözesanadministrator, Prälat Dietmar Giebelmann, wies darauf hin, dass Bildungschancen und Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor stark von der sozialen Herkunft abhängig seien. „Gerade Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien stehen in der Schule sehr oft schlechter da.“ Die größten Barrieren seien unzureichende Sprachkenntnisse und soziale Isolation. „Ich wünsche mir sehr, dass wir durch unsere Johannes-Stiftung möglichst vielen jungen Menschen, die viel Furchtbares erlebt haben, neue Chancen in Deutschland eröffnen können“, sagte Giebelmann, der stellvertretender Vorsitzender der Stiftung ist.

Der Diözesanadministrator hob hervor, dass sich das Bistum Mainz verpflichtet habe, eine Zustiftung von jährlich 500.000 Euro pro Jahr für die Johannes-Stiftung vorzunehmen. Giebelmann erläuterte, dass es sich bei der Johannes-Stiftung um eine so genannte Verbrauchsstiftung handelt, bei der das Kapital in den kommenden 20 Jahren aufgebraucht werden könne. Die Johannes-Stiftung ist als Unterstiftung der Stiftung Weltkirche des Bistums Mainz gegründet worden.

Joanna Worytko, Leiterin der Stabsstelle Migration/Integration im Bistum Mainz, stellte das Konzept der Schülerstipendien vor. „Mit unserem Stipendienprogramm fördern wir talentierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Sie erhalten von uns finanzielle und inhaltliche Unterstützung, damit sie die Schule erfolgreich absolvieren und anschließend ein Studium oder eine Berufsausbildung beginnen können.“

Konkret sind mit einem Schülerstipendium verbunden: 150 Euro Bildungsgeld pro Monat, Teilnahme an Kursen eines Bildungsprogramms und persönliche Beratung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sprachförderung, wie Worytko erläuterte. Ein Stipendium der Johannes-Stiftung kann für die Dauer von drei Jahren gewährt werden. Die Bewerbungsfrist für das kommende Schuljahr läuft vom 15. Februar bis 31. März 2017, sagte Worytko. Sie bat darum, dass Bewerbungen über die betreuenden Lehrer eingereicht werden. Worytko gehört zum Gründungsvorstand der Johannes-Stiftung, ebenso wie Professor Dr. Michael Ling, Justitiar und Stiftungsbeauftragter des Bistums Mainz.

 

Hinweis: Bischöfliches Ordinariat Mainz, Stabsstelle Migration/Integration, Dipl.-Päd. Joanna Worytko, Telefon: 06131/253-568, E-Mail: migration(at)bistum-mainz.de, Internet: www.fluechtlingshilfe.bistummainz.de

Foto in druckfähiger Qualität unter www.biustum-mainz.de/presse

Nachricht voraus am 27.9.2016                                                                             tob (MBN)