Schutz in größter Not

Frauen auf der Flucht werden besonders häufig Opfer von Gewalt. In der Wohngemeinschaft für Flüchtlingsfrauen in Mainz-Mombach erfahren sie Unterstützung.

Geflüchtete Frauen sind besonders häufig von körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt betroffen. In der Öffentlichkeit bekannt sind die Opfer von Terrorgruppen wie der Islamische Staat oder Boko Haram. Doch auch auf den Fluchtrouten und in den Unterkünften kommt es zu Gewalt gegen Frauen.

Nach ihrer Ankunft in Deutschland brauchen diese Frauen eine besonders intensive Betreuung, um wieder Fuß fassen zu können. In der Stadt Mainz übernimmt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) seit 2015 die Betreuung geflüchteter Frauen, die während ihrer Flucht Gewalt erlebt haben oder davon bedroht waren.

Aufbau und Erweiterung

Die ersten Frauen und Kinder zogen im November 2015 in die bereitgestellten Räume ein. Bereits in den ersten Monaten zeigte sich, dass aufgrund der familiären Konstellationen der Bewohnerinnen mehr Plätze angeboten werden können. Mit dem Abschluss der Renovierungsarbeiten des zweiten Hauses hat der Sozialdienst nochmals fünf weitere Plätze geschaffen. Seit Juni 2017 betreut, begleitet und unterstützt er in beiden Häusern insgesamt acht Frauen und 13 Kinder.

Ziel der Einrichtung ist es, die Frauen zu stabilisieren und in die Lage zu bringen, neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Ganz praktisch bedeutet das, den Frauen etwa bei organisatorischen Dingen zu helfen, wie der Begleitung bei Behördengängen. Auch bei der Anmeldung der Kinder in der Kita und bei Arztterminen werden die Frauen begleitet.

Unterstützung für ein eigenverantwortliches Leben

Langfristig sollen die Bewohnerinnen in die Lage gebracht werden, ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Die psychosoziale Beratung unterstützt die Frauen bei der Bewältigung ihrer Fluchttraumata. In Sprachkursen lernen die Frauen außerdem Deutsch. In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter arbeiten sie daran, berufliche Perspektiven zu entwickeln. Die Kinder nehmen derweil am regulären Unterricht in einer benachbarten Schule teil.

Die Abteilung Migration | Integration des Bistum Mainz fördert das Projekt.