Ich bin ein Viernheimer

Pfarrer Angelo Stipinovich und Gemeindereferent Herbert Kohl aus Viernheim haben sich mit den Verantwortlichen zusammengesetzt und hunderte Freiwillige motiviert.

Wie ist die Situation in Viernheim?

Derzeit haben wir etwa 110 Asylbewerber in Viernheim. Über 90 Prozent der Flüchtlinge sind Eritreer, ein paar kommen aus Syrien und Pakistan. Die meisten sind jung, zwischen 20 und 30 Jahre alt, und haben eine lange und manchmal auch schwere Flucht hinter sich. Viele sind traumatisiert, wurden kurz vor dem Ertrinken aus dem Mittelmeer gefischt. Unser Ziel ist es, auf jeden einzelnen Flüchtling einzugehen.

Was tun Sie in Viernheim für die Integration der Flüchtlinge?

Wir bieten Sprachkurse für alle Flüchtlinge mit einem zertifizierten Abschluss an. Für alle Flüchtlinge organisieren wir Sprachpatenschaften und stellen Kontakte zu Vereinen her. Wir helfen bei der Berufsfindung und bei Bewerbungen und vermitteln bei Bedarf Praktika. Unser eigenes Integrationsbüro betreibt eine Selbsthilfegruppe der Flüchtlinge. Von Kleidung über Sprache bis hin zu Asylanträgen helfen wir in jeder Lebenslage.

Was motiviert Sie zu Ihrem Engagement?

Ohne Integration bildet sich eine Subkultur mit hohem Kriminalitätspotential. Unser Projekt soll daher zur Zufriedenheit in der Bevölkerung und unter den Flüchtlingen beitragen. Gerade diese hochmotivierten jungen Menschen können einen wertvollen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten – wenn es gelingt, sie sowohl in unseren regulären Arbeitsmarkt als auch in die bürgerliche Gesellschaft zu integrieren.

Interviewpartner: Pfarrer Angelo Stipinovich, Pfarrgemeinde St. Hildegard und St. Michael, Viernheim